Demnächst...

... hier zu lesen: Lowa Zephyr GTX Mid TF Black und Renegade GTX Lo TF ~~~ Bastinelli R.E.D.

Sonntag, 12. Mai 2013

Böker Magnum Black Star Tanto

Ich habe hin und wieder mal so Phasen, in denen stehe ich auf blanken Stahl. Und manchmal muss es eben doch irgendwas "taktisches" sein. Also: Schwarz! Und wie es so kommen musste, entdeckte ich bei ebay vor mittlerweile fast zwei Jahren für n Appel und n Ei dieses Böker Magnum Black Star Tanto.

Also wurde das flott ersteigert und kam dann kurze Zeit später in seiner schwarzen Blech-Box bei mir an. Das Messer lag jetzt eine Weile hier herum und kürzlich kam ich mal dazu, Fotos zu machen.

Die Klingenform ist durchaus als eigenwillig zu bezeichnen. Ich nenne es ein Recurve-Droppoint-Tanto, aber man mag sich da auch andere Sachen ausdenken. Sie besteht aus 440 Stainless Steel, also höchstwahrscheinlich nicht 440C, sonst stünde das da. Dementsprechend mies war die Auslieferungsschärfe und dementsprechend mies ist auch die Haltbarkeit einer von mir erzeugten Schärfe. Am Klingenrücken zieht sich eine Fehlschärfe bis zur nicht besonders ergonomischen Daumenrampe und dem noch weniger ergonomischen Öffnungsloch.

Das Loch ist ja wohl eigentlich dazu gedacht, die Klinge einhändig zu öffnen. Aber mal ganz ehrlich? Das funktioniert praktisch nicht, weil die Klinge einen recht hohen Anfangswiderstand hat, nach Überwindung desselben jedoch so schnell aufklappt, dass man vom Loch abrutscht und den Daumen geradewegs gegen die Schneide drückt. Besser geeignet zum Öffnen des Messers ist der Flipper. Und wenn ich das richtig sehe, ist die Klinge auch federunterstützt. Jedenfalls flippt das Ding ohne jeglichen Kraftaufwand locker flockig und ohne Schwung aus dem Handgelenk einfach so auf. Das ist soweit cool, aber da es ein Einhandmesser ist, unterliegt es in Deutschland eben einem beschränkten Führungsverbot. Ich denke, dass ich es bei Gelegenheit wieder verkaufen werde. Cool ist es eben schon, für mich aber absolut nutzlos. Nicht nur aus obigem Grund.


Der Linerlock ist recht dünn. Das ist nicht besonders tragisch, aber man sieht, wo gespart wurde. Das sieht man auch an der Verarbeitung. Die Griffschalen und Liner sind nicht überall passgenau verarbeitet. Darüber hinaus verstehe ich das Design nicht. Auf einer Seite habe ich zwei Platinen. Warum auch immer.

Möglicherweise, um die "Hammerfläche" zu vergrößern. Das ist eigentlich keine schlechte Idee. Besser wäre sie gewesen, wenn man die Fläche auch mittels eines Backspacers geschlossen hätte - dann hätte sie auch einen praktischen Nutzen. Außerdem ist die Hammerfläche in einem ausgesprochen ungünstigen Winkel angebracht.


Der Clip ist tauglich. Aber er ist nicht umsetz- und das Messer somit nur tip-down tragbar.

Ich will jetzt nicht übertreiben. Das ist kein schlechtes Messer. Aber Qualität ist echt was anderes. Ein Preis lässt ja nicht zwingend einen Rückschluss auf die Qualität von etwas zu. Hier erzwingt die moderate Qualität aber tatsächlich einen Rückschluss auf den geringen Preis. Das Messer ist also auf gewisse Weise eine Lektion für mich.

Dienstag, 7. Mai 2013

Tasmanian Tiger Base Medic Pouch

Zur Base Medic Pouch gibt es nicht viel zu sagen. Die Tasche erfüllt ihren Zweck mit einem wirklich ordentlichen Volumen außerordentlich gut und ist praktisch zur transportieren. Die Verarbeitung ist wie beim Ranger 60 absolut hochwertig.

Fotos!

Ganz cool finde ich ja die große Patchfläche an der Front. Da kommt definitiv noch ein cooler Medic-Patch drauf...

Ganz dezent das kleine Firmenlogo an der Front... Eigentlich ist es ja Tatonka. Da hab ich auch noch eine tolle Story zum Kundendienst zu erzählen. An anderer Stelle in ein paar Tagen...

Die Reißverschlüsse sind superrobust und ausgesprochen leichgängig. Dahinter sieht man auf dem Foto den Druckknopf, der die Befestigung per MOLLE sichert.

Das Interessanteste an der Tasche ist eigentlich das Befestigungsystem. Anstatt lange irgendwelche labbrigen Schleifen fädeln zu müssen, werden einfach nur diese zwei steifen Streifen durch die MOLLE-Schlaufen gesteckt.

Das sieht dann von der Seite in etwa so aus. Das ist übrigens an der Seite eines Tasmanian Tiger Ranger 60. Passt super.

Mal von etwas weiter weg... Hier sieht man den Patch, den ich vorübergehend mal drauf geklettet habe. Etwas unpassend, was?

Gefüllt habe ich die Tasche mal vorübergehend mit dem Inhalt einer KFZ-Verbandtasche. Da kommen jetzt noch ein paar Medikamente, Desinfektionsmittel etc. dazu.

Diese mit Zippern geschlossene, vorne transparente Innentasche ist übrigens mit Klett angebracht und lässt sich herausnehmen.

Montag, 29. April 2013

Wochenendlehrgang in Marburg

Am Wochenende war ich endlich mal wieder auswärts auf einem Aikido-Wochenendlehrgang. Zuletzt habe ich das vor zwei Jahren gemacht, bedingt durch meine Zwangspause und Zeitmangel in den letzten Monaten. Vor zwei Jahren war ich ja auch schon in Marburg. Und in dem Jahr davor auch schon. Vielleicht wird das ja nun mein Traditionslehrgang. Vor zwei Jahren jedenfalls habe ich dort meine Prüfung zum 3. Kyu abgelegt. Konsequenterweise gab es dann gestern die Prüfung zum 2. Kyu Aikikai.
Der Lehrgang war auch insgesamt sehr schön. Unser Bundestrainer Asai hat wundervolles Training gegeben: Die Einheit am Samstag verging dank vieler schneller und dynamischer Techniken wie im Flug, die Einheit am Sonntag war ausgesprochen lehrreich. Und ein soziales Event ist so ein Lehrgang ja auch immer. Ich habe viele Bekannte wiedergetroffen und einige neue Bekanntschaften geknüpft. Der nächste Lehrgang möge kommen.

Montag, 22. April 2013

Modifikation des Maxpedition Monsoon Gearslinger

Eine erste Modifikation an meinem Maxpedition Monsoon Gearslinger war ja im Prinzip schon, dass ich die Kompressionsriemen kurzerhand abgeschnitten habe. Seitdem lebe ich jedenfalls wesentlich freier :-)
In meinem Review des Gearslingers hatte ich ja auch angekündigt, das Multitool und die Taschenlampe in ihren Holstern am Schultergurt zusätzlich vor unbefugtem und unbeabsichtigtem Öffnen zu sichern. Ursprünglich hatte ich da überlegt, einfach schwarzes Elastikband zu verwenden. Das wäre im Ergebnis vielleicht sicher, dafür allerdings viel zu umständlich geworden. Jetzt, nachdem ich meinen Riggerbelt fertig habe, habe ich dafür Unmengen an Klett- und Gurtband in verschiedenen Breiten übrig und habe mir daher einfach das Entsprechende genäht.

Ein 2,5 cm breites Gurtband habe ich auf der Innenseite des Schultergurts befestigt. Dort befindet sich eine Tasche, an deren Saum ich das Gurtband einfach mehr oder minder mittig festgenäht habe.

Auf die eine Seite des Bandes habe ich dann Flauschklett genäht, auf die andere Seite dementsprechend Haken-Klett.


Geschlossen sieht das dann so aus.

Das Ziehen der Lampe (tendenziell die zeitlich-taktisch dringendere Aktion im Vergleich zum Leatherman) bedeutet nun also drei Handgriffe statt nur zweien: Sicherung öffnen, Holster öffnen, Lampe ziehen. Und dann muss man diese auch noch anschalten. "Rapid deployment" ist das nicht. Aber der Monsoon ist ja auch keine Einsatztasche. Punkt.

Samstag, 20. April 2013

Sowas aber auch...

Es ist soweit. Tatsächlich. Jemand benutzt eines meiner Bilder, ohne mich zu fragen. Das Foto wurde noch nicht einmal verlinkt, sondern tatsächlich bei einem anderen Hoster hochgeladen. Und ich ärgere mich tatsächlich darüber. Dabei konnte ich das nie nachvollziehen. Jetzt schon. Schweine! :D

Freitag, 19. April 2013

Riggerbelt + Battery-Holder

Hier möchte ich meinen persönlichen, selbst handgenähten Riggerbelt vorstellen. Aber zunächst ein riesengroßes Dankeschön an meine "Lieferanten", in der Reihenfolge, wie ich die Sachen bestellt habe:
- Robert von SARTOOLS für die AustriAlpin-Schnalle "Cobra" und den V-Ring (den er mir geschenkt hat!) und ein paar Streifen Klett, die er noch einfach so dazugelegt hat.
- Stefan von SR Tactical für mehrere Meter Gurtband nach Mil-Spec Type VII Class 1a (Critical Use) inklusive Reserve, falls ich den ersten Versuch total versemmle.
- Sebastian von Tacticaltrim für ein paar Meter schmales Klett und Gurtband.

Nachdem ich den Riggerbelt von Stefan im Tacticalforum gesehen hatte, wollte ich so etwas unbedingt selbst ausprobieren. Ich habe bisher hin und wieder mal einen Knopf angenäht oder mal eine Naht an einem Rucksack repariert, aber damit beschränken sich meine Näherfahrungen ja durchaus auf ein Minimum. Also: Etwas völlig Neues!
Die Ähnlichkeit zu Stefans Riggerbelt ist natürlich nicht zu verneinen. Ich habe das Gurtband ja auch von ihm bezogen. Andererseits sind Riggerbelts irgendwo ja auch beschränkt, was das Design angeht. Cobra, V-Ring, Verstellmöglichkeiten per Klett... Das gehört ja doch alles irgendwo hin. Jedenfalls noch einmal danke an meine Lieferanten und gerade an Stefan für die Tipps, die er mir geben konnte. Und bevor einer fragt: Ich gehe nicht in Produktion, das ist nur für mich selbst - kauft eure Riggerbelts gefälligst bei Stefan! ;-)

Gebraucht habe ich insgesamt 2 m Gurtband (der größte Teil ist ja doppelt und miteinander vernäht). Damit der V-Ring bei Nichtgebraucht auch nicht stört, wird er von einem "V-Ring Retention Strap" (nenn ich jetzt mal so) per Klett am Gürtel fixiert.

Zwischen Schnalle und V-Ring habe ich 5 Parallelnähte angebracht (alle davon vierfach) und darüber eine Kreuznaht gesetzt. Das gleiche zwischen V-Ring und Klett-Fläche, wobei man auf dem Foto die eine Parallelnaht nur ansatzweise sieht, da sie die Klettfläche und den "V-Ring Retention Strap" gleich mitfixiert. Die Rückseite sieht ziemlich mies aus - aber dafür ist es ja auch die Rückseite.

Auf der anderen Seite befindet sich ja der verstellbare Teil der Cobra-Schnalle. Das geschieht mittels Klett, effektiv habe ich einen flexiblen Bereich von 15 cm. Derzeit ist der Gürtel für mich perfekt mittig davon eingestellt, für den unwahrscheinlichen Fall, dass ich mal dünner werde, habe ich also genauso Platz wie für den wahrscheinlicheren Fall, dass meine Bauchmuskeln wachsen!

Zwischen V-Ring und Cobra passt im übrigen perfekt der kleine Gürteladapter vom Surefire V85A Speed Holster. Derzeit habe ich aber ein Pohl>)Force Charlie One dranmontiert - denn dessen Adapter kann man im Prinzip nur aufschieben (und das definitiv nicht über Cobra oder V-Ring...).

Am Ende konnte ich noch etwas Gurtband und ein bisschen Hook-Klett abschneiden. Das habe ich dann verwendet, um mir einen kleinen Battery-Holder (für CR123A) zu nähen, den ich an den Gürtel kletten kann. Nichts spektakuläres, aber durchaus praktisch.

Mittwoch, 17. April 2013

Enlan EL-08

Eine Freundin war zuletzt in China und hat mir als Souvenir von dort ein Messer mitgebracht. Auf Wunsch natürlich - die Neugier bzgl. der Qualität der oft sogenannten "Chinakracher" ist durchaus da. Denn diese sind in der hiesigen Messerszene ja durchaus heftiger Kritik ausgesetzt. Angefangen von Plagiaten über Patentverletzungen bis hin zu einfach nur mieser Qualität ist da alles dabei.
Beim Enlan EL-08 ist das nicht viel anders. Teile des Messers sind wohl "Designanleihen" bei bekannten Herstellern, Design- und Verarbeitungsmacken hat das Messer auch. Aber man muss es sagen, wie es ist: Ich habe schon schlechteres gesehen. Und man muss immer bedenken, was das Ding eigentlich kostet. Das EL-08 kostete jetzt 10 €. Das ist eben der Straßenpreis in China. In Deutschland kostet es ein mehrfaches davon, wohl den Versandkosten und der Einfuhrumsatzsteuer geschuldet, abgesehen davon, dass der deutsche Importeur ja auch nochmal was daran verdienen will (Jusaya hat das Ding derzeit für knapp 40 € im Angebot). Da kann mein Walther Black Tac einpacken (hiermit widerrufe ich offiziell meine Begeisterung für die Walther-Modelle). Das kostet hierzulande etwa 25 € und ist bei etwa vergleichbarer Verarbeitungsqualität einfach zu teuer. Im Gegenzug wird ein Enlan EL-08 niemals an der Qualität meines Pohl>)Force A3 kratzen können, egal wie billig es wird.
Ein wirkliches Review wird das hier wohl nicht. Ich hab flott ein paar billige Fotos zusammengeschossen und will einfach nur auf ein paar Dinge hinweisen.

Im Lieferumfang befindet sich neben dem Messer ausschließlich ein Gürtelholster aus Nylon. Der Knopf ist leicht zu lösen und das Messer hat viel zu viel Spiel im Holster. Das Holster ist vergleichbar mit dem des Walther Black Tac. Also eigentlich für den Arsch.

Der Daumenpin ist viel zu scharfkantig. Das wäre an sich nicht schlimm, wenn sich das Messer leicht öffnen ließe. Die Klinge sitzt aber bombenfest und dank der mit herkömmlichem Werkzeug nicht verstellbaren Achsschraube kann man daran auch nichts ändern. Für Linkshänder ist das noch bitterer, weil der Pin zu nah am Framelock sitzt und man den Daumen einfach nicht dazwischen bekommt.

Die Klinge besteht laut Angabe aus 9Cr13Mov. Von der Zusammensetzung her ähnelt das dem von Spyderco bei den günstigen Modellen verwendeten 8Cr13MoV. Die Toleranzen in der Stahlherstellung dürften auch so groß sein, dass der Stahl praktisch identisch sein wird. Das EL-08 kommt leidlich rasierscharf aus der Schachtel, ein paar Züge übers Leder und es rupft auch nicht mehr. Leider hält es die Schärfe wirklich nicht lange. Ein paar kurze Schnitte durchs Papier und man kann schon wieder nachschärfen. Darüber hinaus hat die Klinge einen leichten Recurve. Den sollte das Messer eigentlich nicht haben, denke ich.

Der Framelock wirkt dagegen ausgesprochen solide. Es ist nur eben Stahl und kein Titan. Das sorgt zum einen für das hohe Gewicht des Messers, andererseits aber auch für den niedrigen Preis. Aber er sitzt trotzdem extrem fest und man muss das Messer schon fast mit zwei Händen schließen...

Gut und durchaus auch passgenau gemacht ist die Riffelung, die als Daumenrampe dient. Zwei Riffelungen sind in der Klingenwurzel, je drei sind in der G10-Griffschale und im Stahlframe. Und die passen sozusagen ineinander, das ist schon ganz ordentlich.

Leider steht besagte Klingenwurzel in geschlossenem Zustand leicht aus dem Messer raus. Das kann bei Messern durchaus auch mal ein Stilelement sein, hier aber hat man beim Design wohl einen Fehler gemacht.

Dafür sitzt die Klinge ziemlich mittig und schabt nicht an den Griffseiten. Spiel hat sie in geöffnetem Zustand nur leicht nach links und recht.


Der Clip hat für meinen Geschmack eine ganz gute Spannung. Definitiv nicht zu fest, aber auch nicht zu locker. Vertrauenerweckend... eher weniger. Ich hab ihn auch mal abgeschraubt und kleine Rostflecken auf der Unterseite gefunden. Nicht cool.

Dafür gefällt mir die Farbe der Framelock-Seite sehr gut. Das könnten sich andere Hersteller ausnahmsweise mal von den Chinesen abgucken... Die G10-Seite dagegen ist einfach nur grottig. Diese Riffelung wie bei Blechen sorgt ja durchaus für Grip, aber gut in der Hand liegt es trotzdem nicht. Es kratzt einfach unangenehm...

Im Prinzip ist es immer noch China-Schrott. Aber dafür eben billig - wenn man denn die Gelegenheit hat, es vor Ort zu kaufen. Wenn man es hier kauft, ist es definitiv zu teuer. Aber man darf echt gespannt sein, wie das in ein paar Jahren aussieht. Wenn die Qualität und die Preise steigen, machen Import-Kosten im Gesamtpreis nicht mehr so viel aus. Und dann wird es spannend. Immerhin verkauft mittlerweile auch Böker schon Sanrenmu-Designs unter eigenem Namen für einen ordentlichen Preis - und ich kann mir nicht vorstellen, dass man da besseres Material verwendet. Wenn die Stückzahlen stimmen, ist auch da die Gewinnspanne mit Sicherheit wesentlich.

Argo

Bei uns gibt es ja ein Uni-Kino, das ich hin und wieder besuche. Generell gehe ich gerne hin, um einen Film nochmal zu sehen, ohne mir die DVD kaufen zu müssen, insbesondere weil es eben sehr günstig und dennoch auf Großleinwand ist. Manchmal schaue ich mir einen Film aber auch gerade dann im Cineasta an, wenn ich ihn im Kino verpasst habe. So auch diesmal mit Argo.

Was als erstes auffällt, sind die visuellen Effekte. Der Film sieht auch einfach so aus wie aus den 80ern. Das liegt teils an den Farben, teils an gewollter Unschärfe und anderen Effekten...
Es ist dennoch ein großartiger moderner Film. Die Schauspieler sind größtenteils herausragend - vom schrecklichen Schnauzbart, den viele tragen, mal abgesehen. Und gerade Ben Affleck habe ich bisher nicht so wahrgenommen, wie er sich in Argo gibt. Wirklich super.

Aber Oscar für den besten Film? Da hab ich in den letzten 12 Monaten auch Besseres gesehen. Auch definitiv viel Schlechteres. Argo fuck yourself!

Dienstag, 16. April 2013

Tasmanian Tiger Ranger 60

Im Sommer ist mal wieder eine Tour geplant, diesmal allerdings mehrere Tage am Stück - ohne Hütte. Dementsprechend brauchte ich noch einen großen Rucksack...
Ausgesucht habe ich mir den Tasmanian Tiger Ranger 60, eines der neuen 2013er-Modell von TT. Wirklich getestet habe ich den Rucksack noch nicht. Aber da ich schon Fotos gemacht habe, folgt hier eine Art Kurzvorstellung, größtenteils in Bildern. Einen Bericht über das Trageerlebnis reiche ich dann nach der Tour im Sommer nach.

Fangen wir mal mit dem Rucksack als Ganzem an. Die Draufsicht war nach dem Auspacken erstmal total verwirrend. Alle Kompressionsriemen hingen lose herum - auch wenn die Schnallen geschlossen waren. Netterweise sind am Ende eines jeden Riemen kleine Klett-Streifen, mit welchen man die Kompressionsriemen komprimieren kann. Comes in handy.
Dann wirkt doch alles ganz ordentlich und aufgeräumt. Es sind aber auch wirklich viele Riemen. Und das Ding ist auch echt riesig. Wirkt nicht ganz so groß, wenn er leer rumliegt, aber wenn man den mal füllt, merkt
man erst, wie viel da wirklich reinpasst. Und wenn der dann auf dem Rücken hängt, dann ist die Größe und das entsprechende Gewicht auch merklich spürbar. An sich ist der Rucksack aber sehr leicht.
MOLLE-Webbing findet man hier am Deckel des Hauptfachs (die große Fläche an der Front), am Bodenfach, an den Seiten und auf dem Deckel. Tolle Sache. Zu viel sollte man außen eher nicht befestigen, um die Balance zu wahren, aber so ein paar kleine leichte Sachen könnten da durchaus mal unterkommen.
An der einen Seite habe ich eine Tasmanian Tiger Base Medic Pouch untergebracht. Die passt da ganz gut hin (Bericht und Fotos folgen). Die ist auch samt Inhalt nicht allzu schwer.
Einen Ausgleich findet sie aber dennoch, denn unterhalb des MOLLE-Webbings an den Seiten befinden sich zwei dehnbare Netztaschen. Die sind recht groß, eine blockiere ich allerdings durch meine Base Medic Pouch. Da passen vielleicht ein paar kleine Sachen rein, Taschentücher oder so. In die andere passt aber wunderbar meine Klean Kanteen Wide 1200 ml. Und sie passt wirklich so richtig gut. Die Netztasche lässt sich noch weiter nach oben ziehen als auf dem Foto zu sehen, dann sitzt die Flasche sehr sicher darin und fällt nicht einfach so beim Gehen raus.
Die dem Rücken zugewandte Seite besteht im Großen und Ganzen vor allem aus segmentierten Polstern, die in einer Y-Form angeordnet sind. Die Polster liegen recht angenehm am Rücken an, die innen liegenden Aluminium-Bänder tun ihr übriges, den Rucksack stabil auf dem Rücken zu halten.
Die Schulterriemen sind sehr breit und ebenfalls dick gepolstert. Drücken tut da nix, insbesondere natürlich, wenn man alle Einstellungen richtig vornimmt und den Hüftgurt auch so benutzt, wie er gedacht ist. Der Brustgurt schafft ebenfalls Entlastung. Die richtigen Einstellungen lassen sich natürlich nur bei Beladung sinnvoll tätigen.
Als erstes sollte man die eigene Körpergröße korrekt einstellen. In der Anleitung sieht man ganz klein die Größen S, M, L und XL, aber auf dem Rucksack selbst sind sie nicht drauf. Aber das ist eigentlich auch nicht so wichtig. Es muss eben passen. Das sogenannte Y1-System von Tasmanian Tiger ist wohl eine Neuentwicklung extra für den Ranger 60 - andere Rucksäcke haben andere Systeme, soweit ich das überblicken kann. Das Einstellen funktioniert aber sehr gut. Das Einfädeln der Klettbänder ist nicht übermäßig kompliziert, weil sie recht steif sind. Man sollte aber definitiv zuerst das untere Band (das mit der Y1-Aufschrift) zuerst einfädeln. Je nach dem passt es sonst nicht und ist auch friemeliger.
Dann sollte man sich den beladenen Rucksack mal auf den Rücken hieven und die Hüftpolster anlegen und einstellen. Das ist wichtig, denn die tragen ja durchaus einen sehr großen Teil des Gewichts. Einstellen lassen sich sowohl die Länge des per Fastex-Clip schließbaren Riemens zwischen den Polstern als auch die "Spannung" zwischen Rucksack und Hüftpolster, das heißt, wie eng der Rucksack (am Boden) am Rücken anliegt. Die Hüftpolster sind ebenfalls unglaublich dick gepolstert und weisen praktischerweise zwei Reihen MOLLE-Webbing auf. Da kann man schonmal ein Messer oder ein kleines Täschchen unterbringen, denn an den Gürtel wird wegen der Polster nichts passen.
Erst dann sollte man die Länge der Schulterriemen anpassen. Das ist ein bisschen tricky und sollte wirklich immer abhängig von der jeweiligen Beladung neu konfiguriert werden. Denn einerseits solle man den Rucksack natürlich auch auf den Schultern tragen, jedoch sollen die Schultern dabei nicht die Hüfte entlasten - sondern andersherum. Wer die Schulterriemen zu eng stellt, dem tut halt irgendwann die Schulter unverhältnismäßig weh. Wenn die Riemen zu locker sind, dann baumelt der Rucksack eben eher lose rum und man schwankt beim Gehen nur sinnlos hin und her.
Zwischen den Schulterriemen findet man ganz oben noch einen Handgriff. Damit lässt sich das Ding auch mal kurz hin und her tragen und nebenbei ist das ganz praktisch, wenn man mal die Lage des Rucksacks verändern will, ohne ihn am Boden rumzuschieben oder im Ganzen anpacken zu müssen.
Dahinter findet sich eine recht große Patchfläche. Da hab ich auch mal was kleines angebracht - ich will ja schon, dass man mich im Pfälzer Wald nicht für einen Franzosen hält, die sind da ja auch nicht fern ;-)
Die auf dem Foto sichtbaren beiden Riemen links und rechts vom Griff sind übrigens die Riemen, mit denen man einstellen kann, wie eng der Rucksack oben anliegt. Zu eng, und es liegt zu viel Gewicht auf den Schultern, zu weit und der Rucksack hängt zu locker und kippt nach hinten weg.
An der einen Seite findet sich im übrigen noch die Öffnung für den Trinkschlauch, falls man denn einen entsprechenden Trinkbeutel im dafür vorgesehen Fach im Hauptfach unterbringen möchte.
Nun mal zu den einzelnen Fächern. Ich fange mal mit dem Bodenfach an, das hat nämlich ein ganz cooles (aber bei solchen Rucksäcken ja mittlerweile standardmäßiges) Feature: Es lässt sich innen in Richtung Hauptfach öffnen und erweitert jenes somit.
Am Bodenfach gibt es auch zwei Kompressionsriemen, mit denen man bspw. eine Isomatte dort befestigen kann. Ganz praktisch, denn im Rucksack nimmt so eine für ihr geringes Gewicht einfach zu viel Platz weg. In das Bodenfach passt an sich nicht so extrem viel rein. Ein sehr dünner Schlafsack vielleicht oder ein paar Kleinigkeiten, aber ich bezweifle, dass ich da etwas Essentielles reingestopft bekomme. Dann öffne ich das Fach lieber Richtung Hauptfach.
Das Hauptfach ist an sich nämlich... naja, schon groß. Aber eben nicht so besonders groß. Und wenn man das Bodenfach aufmacht... dann ist es einfach nur riesig groß! Da passt so extrem viel rein, das ist einfach nur geil. Erst so erreicht man eben das erwünschte Volumen. Dinge, an die ich schnell drankommen will, packe ich sowieso ins Deckelfach...

Aber in das Hauptfach passt mit offenem Bodenfach jedenfalls problemlos eine lose zusammengerollte, dicke Decke. Eine solche habe ich einfach mal als Foto-Beladung benutzt, dann sieht der Rucksack nämlich recht gut ausgepolstert aus. Die Fotos links und rechts: Blick von oben in das Hauptfach - einmal mit und einmal ohne Decke. Tief, was?


Ja, das Hauptfach kann man nicht nur bei liegendem Rucksack, sondern auch bei stehendem Rucksack öffnen. Das ist ein höchstwahrscheinlich regendichter Stofflappen mit sogar zwei Kompressionsbändern und zusätzlich der Möglichkeit, ihn zusammenzurollen und dann mit einem Fastex-Verschluss zu sichern. Je nach Beladung kann man natürlich nur eins der Bänder zusammenziehen, aber doppelt hält eben doch besser. Weiteren Regenschutz bietet der Deckel, der ja nochmal oben drauf kommt., praktischerweise nur mit zwei tief liegenden Fastex-Clips.
Leider habe ich jetzt irgendwie kein Foto vom geschlossenen Deckelfach, man kann jedoch auf anderen Fotos in diesem Post erahnen, wie es aussieht. Vorne dran befindet sich jedenfalls nochmal eine solche Patchfläche. Da fehlt mir noch etwas Passendes. Der Deckel selbst lässt sich mit einem Reißverschluss öffnen. In diesem Deckelfach befindet sich an einem Haken eine kleine Tasche mit der Regenhülle. Diese ist mit einem Gummizug versehen und hüllt den Rucksack schön ein.
Ich denke, man bekommt die Hülle auch über den kompletten Rucksack, aber zumindest während man ihn trägt, macht das ja eher weniger Sinn. Farblich passt die Regenschutzfolie eher weniger, aber man kann ja nicht alles haben. Bei dichtem Regen ist ein solches
Grau vielleicht ja auch die bessere Tarnung als Khaki...
Praktisch könnte die Folie aber durchaus mal werden. Der Rucksack ist sicher einigermaßen wasserdicht, aber bevor nachher doch Teile der Ausrüstung und Bekleidung durchnässt sind und trocknen müssen, geht man doch lieber auf Nummer sicher. Zu guter Letzt noch ein kleiner Blick auf den Rucksack als solches - samt Decke...

Auch wenn ein wirklicher Testbericht wohl noch folgen wird, sobald ich das Ding mal ein paar Tage auf dem Rücken hatte, kann ich ja vielleicht doch noch ein paar Worte im Allgemeinen verlieren.
Es ist mein erstes Ausrüstungsteil von Tasmanian Tiger und ich finde es irgendwo schade, dass mir deren restliche Ausrüstung nicht ganz so zusagt. Ich bin ja kein Soldat, ich finde einfach nur MOLLE-Webbing total praktisch. Und Tasmanian Tiger macht ja doch größtenteils Ausrüstung für Soldaten. Ein paar Sachen aus deren taktischer Abteilung gefallen mir auch ganz gut, größtenteils liegt mein Augenmerk da aber doch auf Maxpedition.
Die Verarbeitung ist einfach nur makellos. Das Cordura ist sehr dick und wirkt widerstandsfähig, die Reißverschlüsse sind groß und robust. Die Nähte sind größtenteils doppelt gesetzt, alle Schnittkanten sind mit Einfaßbändern vernäht und geschützt. Das ist wirklich hochwertige Arbeit.