Im Sommer ist mal wieder eine Tour geplant, diesmal allerdings mehrere Tage am Stück - ohne Hütte. Dementsprechend brauchte ich noch einen großen Rucksack...
Ausgesucht habe ich mir den Tasmanian Tiger Ranger 60, eines der neuen 2013er-Modell von TT. Wirklich getestet habe ich den Rucksack noch nicht. Aber da ich schon Fotos gemacht habe, folgt hier eine Art Kurzvorstellung, größtenteils in Bildern. Einen Bericht über das Trageerlebnis reiche ich dann nach der Tour im Sommer nach.
Fangen wir mal mit dem Rucksack als Ganzem an. Die Draufsicht war nach dem Auspacken erstmal total verwirrend. Alle Kompressionsriemen hingen lose herum - auch wenn die Schnallen geschlossen waren. Netterweise sind am Ende eines jeden Riemen kleine Klett-Streifen, mit welchen man die Kompressionsriemen komprimieren kann. Comes in handy.
Dann wirkt doch alles ganz ordentlich und aufgeräumt. Es sind aber auch wirklich viele Riemen. Und das Ding ist auch echt riesig. Wirkt nicht ganz so groß, wenn er leer rumliegt, aber wenn man den mal füllt, merkt

man erst, wie viel da wirklich reinpasst. Und wenn der dann auf dem Rücken hängt, dann ist die Größe und das entsprechende Gewicht auch merklich spürbar. An sich ist der Rucksack aber sehr leicht.
MOLLE-Webbing findet man hier am Deckel des Hauptfachs (die große Fläche an der Front), am Bodenfach, an den Seiten und auf dem Deckel. Tolle Sache. Zu viel sollte man außen eher nicht befestigen, um die Balance zu wahren, aber so ein paar kleine leichte Sachen könnten da durchaus mal unterkommen.
An der einen Seite habe ich eine Tasmanian Tiger Base Medic Pouch untergebracht. Die passt da ganz gut hin (Bericht und Fotos folgen). Die ist auch samt Inhalt nicht allzu schwer.

Einen Ausgleich findet sie aber dennoch, denn unterhalb des MOLLE-Webbings an den Seiten befinden sich zwei dehnbare Netztaschen. Die sind recht groß, eine blockiere ich allerdings durch meine Base Medic Pouch. Da passen vielleicht ein paar kleine Sachen rein, Taschentücher oder so. In die andere passt aber wunderbar meine Klean Kanteen Wide 1200 ml. Und sie passt wirklich so richtig gut. Die Netztasche lässt sich noch weiter nach oben ziehen als auf dem Foto zu sehen, dann sitzt die Flasche sehr sicher darin und fällt nicht einfach so beim Gehen raus.
Die dem Rücken zugewandte Seite besteht im Großen und Ganzen vor allem aus segmentierten Polstern, die in einer Y-Form angeordnet sind. Die Polster liegen recht angenehm am Rücken an, die innen liegenden Aluminium-Bänder tun ihr übriges, den Rucksack stabil auf dem Rücken zu halten.
Die Schulterriemen sind sehr breit und ebenfalls dick gepolstert. Drücken tut da nix, insbesondere natürlich, wenn man alle Einstellungen richtig vornimmt und den Hüftgurt auch so benutzt, wie er gedacht ist. Der Brustgurt schafft ebenfalls Entlastung. Die richtigen Einstellungen lassen sich natürlich nur bei Beladung sinnvoll tätigen.

Als erstes sollte man die eigene Körpergröße korrekt einstellen. In der Anleitung sieht man ganz klein die Größen S, M, L und XL, aber auf dem Rucksack selbst sind sie nicht drauf. Aber das ist eigentlich auch nicht so wichtig. Es muss eben passen. Das sogenannte Y1-System von Tasmanian Tiger ist wohl eine Neuentwicklung extra für den Ranger 60 - andere Rucksäcke haben andere Systeme, soweit ich das überblicken kann. Das Einstellen funktioniert aber sehr gut. Das Einfädeln der Klettbänder ist nicht übermäßig kompliziert, weil sie recht steif sind. Man sollte aber definitiv zuerst das untere Band (das mit der Y1-Aufschrift) zuerst einfädeln. Je nach dem passt es sonst nicht und ist auch friemeliger.

Dann sollte man sich den beladenen Rucksack mal auf den Rücken hieven und die Hüftpolster anlegen und einstellen. Das ist wichtig, denn die tragen ja durchaus einen sehr großen Teil des Gewichts. Einstellen lassen sich sowohl die Länge des per Fastex-Clip schließbaren Riemens zwischen den Polstern als auch die "Spannung" zwischen Rucksack und Hüftpolster, das heißt, wie eng der Rucksack (am Boden) am Rücken anliegt. Die Hüftpolster sind ebenfalls unglaublich dick gepolstert und weisen praktischerweise zwei Reihen MOLLE-Webbing auf. Da kann man schonmal ein Messer oder ein kleines Täschchen unterbringen, denn an den Gürtel wird wegen der Polster nichts passen.
Erst dann sollte man die Länge der Schulterriemen anpassen. Das ist ein bisschen tricky und sollte wirklich immer abhängig von der jeweiligen Beladung neu konfiguriert werden. Denn einerseits solle man den Rucksack natürlich auch auf den Schultern tragen, jedoch sollen die Schultern dabei nicht die Hüfte entlasten - sondern andersherum. Wer die Schulterriemen zu eng stellt, dem tut halt irgendwann die Schulter unverhältnismäßig weh. Wenn die Riemen zu locker sind, dann baumelt der Rucksack eben eher lose rum und man schwankt beim Gehen nur sinnlos hin und her.
Zwischen den Schulterriemen findet man ganz oben noch einen Handgriff. Damit lässt sich das Ding auch mal kurz hin und her tragen und nebenbei ist das ganz praktisch, wenn man mal die Lage des Rucksacks verändern will, ohne ihn am Boden rumzuschieben oder im Ganzen anpacken zu müssen.
Dahinter findet sich eine recht große Patchfläche. Da hab ich auch mal was kleines angebracht - ich will ja schon, dass man mich im Pfälzer Wald nicht für einen Franzosen hält, die sind da ja auch nicht fern ;-)
Die auf dem Foto sichtbaren beiden Riemen links und rechts vom Griff sind übrigens die Riemen, mit denen man einstellen kann, wie eng der Rucksack oben anliegt. Zu eng, und es liegt zu viel Gewicht auf den Schultern, zu weit und der Rucksack hängt zu locker und kippt nach hinten weg.
An der einen Seite findet sich im übrigen noch die Öffnung für den Trinkschlauch, falls man denn einen entsprechenden Trinkbeutel im dafür vorgesehen Fach im Hauptfach unterbringen möchte.
Nun mal zu den einzelnen Fächern. Ich fange mal mit dem Bodenfach an, das hat nämlich ein ganz cooles (aber bei solchen Rucksäcken ja mittlerweile standardmäßiges) Feature: Es lässt sich innen in Richtung Hauptfach öffnen und erweitert jenes somit.

Am Bodenfach gibt es auch zwei Kompressionsriemen, mit denen man bspw. eine Isomatte dort befestigen kann. Ganz praktisch, denn im Rucksack nimmt so eine für ihr geringes Gewicht einfach zu viel Platz weg. In das Bodenfach passt an sich nicht so extrem viel rein. Ein sehr
dünner Schlafsack vielleicht oder ein paar Kleinigkeiten, aber ich
bezweifle, dass ich da etwas Essentielles reingestopft bekomme. Dann öffne ich das Fach lieber Richtung Hauptfach.
Das Hauptfach ist an sich nämlich... naja, schon groß. Aber eben nicht so besonders groß. Und wenn man das Bodenfach aufmacht... dann ist es einfach nur riesig groß! Da passt so extrem viel rein, das ist einfach nur geil. Erst so erreicht man eben das erwünschte Volumen. Dinge, an die ich schnell drankommen will, packe ich sowieso ins Deckelfach...
Aber in das Hauptfach passt mit offenem Bodenfach jedenfalls problemlos eine lose zusammengerollte, dicke Decke. Eine solche habe ich einfach mal als Foto-Beladung benutzt, dann sieht der Rucksack nämlich recht gut ausgepolstert aus. Die Fotos links und rechts: Blick von oben in das Hauptfach - einmal mit und einmal ohne Decke. Tief, was?

Ja, das Hauptfach kann man nicht nur bei liegendem Rucksack, sondern auch bei stehendem Rucksack öffnen. Das ist ein höchstwahrscheinlich regendichter Stofflappen mit sogar zwei Kompressionsbändern und zusätzlich der Möglichkeit, ihn zusammenzurollen und dann mit einem Fastex-Verschluss zu sichern. Je nach Beladung kann man natürlich nur eins der Bänder zusammenziehen, aber doppelt hält eben doch besser. Weiteren Regenschutz bietet der Deckel, der ja nochmal oben drauf kommt., praktischerweise nur mit zwei tief liegenden Fastex-Clips.

Leider habe ich jetzt irgendwie kein Foto vom geschlossenen Deckelfach,
man kann jedoch auf anderen Fotos in diesem Post erahnen, wie es
aussieht. Vorne dran befindet sich jedenfalls nochmal eine solche
Patchfläche. Da fehlt mir noch etwas Passendes. Der Deckel selbst lässt sich mit einem Reißverschluss öffnen. In diesem Deckelfach befindet sich an einem Haken eine kleine Tasche mit der Regenhülle. Diese ist mit einem Gummizug versehen und hüllt den Rucksack schön ein.

Ich denke, man bekommt die Hülle auch über den kompletten Rucksack, aber zumindest während man ihn trägt, macht das ja eher weniger Sinn. Farblich passt die Regenschutzfolie eher weniger, aber man kann ja nicht alles haben. Bei dichtem Regen ist ein solches

Grau vielleicht ja auch die bessere Tarnung als Khaki...
Praktisch könnte die Folie aber durchaus mal werden. Der Rucksack ist sicher einigermaßen wasserdicht, aber bevor nachher doch Teile der Ausrüstung und Bekleidung durchnässt sind und trocknen müssen, geht man doch lieber auf Nummer sicher. Zu guter Letzt noch ein kleiner Blick auf den Rucksack als solches - samt Decke...
Auch wenn ein wirklicher Testbericht wohl noch folgen wird, sobald ich das Ding mal ein paar Tage auf dem Rücken hatte, kann ich ja vielleicht doch noch ein paar Worte im Allgemeinen verlieren.
Es ist mein erstes Ausrüstungsteil von Tasmanian Tiger und ich finde es irgendwo schade, dass mir deren restliche Ausrüstung nicht ganz so zusagt. Ich bin ja kein Soldat, ich finde einfach nur MOLLE-Webbing total praktisch. Und Tasmanian Tiger macht ja doch größtenteils Ausrüstung für Soldaten. Ein paar Sachen aus deren taktischer Abteilung gefallen mir auch ganz gut, größtenteils liegt mein Augenmerk da aber doch auf Maxpedition.
Die Verarbeitung ist einfach nur makellos. Das Cordura ist sehr dick und wirkt widerstandsfähig, die Reißverschlüsse sind groß und robust. Die Nähte sind größtenteils doppelt gesetzt, alle Schnittkanten sind mit Einfaßbändern vernäht und geschützt. Das ist wirklich hochwertige Arbeit.